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FNP-Podiumsdiskussion: Bundestagswahl: Diese vier Frauen wollen nach Berlin

Von Im Wahlkreis 183 haben die Frauen die Nase vorn: Von den sechs Kandidaten der aussichtsreichsten Parteien, die sich um ein Direktmandat bewerben, sind vier Frauen. Diese saßen gestern auf unserem Podium, stellten sich den Fragen der FNP-Leser und bildeten schnell Koalitionen.
FNP-Kandidatencheck zur Bundestagswahl (von links): Bettina Wiesmann (CDU), Ulli Nissen (SPD), Günter Murr (FNP), Monika Christann (Linke) und Katharina Schreiner (FDP). Foto: Salome Roessler FNP-Kandidatencheck zur Bundestagswahl (von links): Bettina Wiesmann (CDU), Ulli Nissen (SPD), Günter Murr (FNP), Monika Christann (Linke) und Katharina Schreiner (FDP).
Frankfurt. 

Da hatte FNP-Redakteur Günter Murr, der die gestrige Podiumsdiskussion zur Bundestagswahl im Wahlkreis 183 moderierte, ins Schwarze getroffen. Kaum erwähnte er das Thema Wohnen, prallten die Positionen aneinander. Welcher Betrag, so fragte Murr die vier Kandidatinnen, weise denn der Frankfurter Mietspiegel im Jahr 2016 als durchschnittliche Nettokaltmiete aus? „12 Euro“, lautete der Tipp von FDP-Politikerin Katharina Schreiner, die sich im östlichen Frankfurter Wahlkreis um ein Direktmandat für den Bundestag bewirbt. Ihre Konkurrentin von der Linken, Monika Christann, legte etwas drauf: „12,50 Euro.“ Die Sozialdemokratin Ulli Nissen, bereits seit 2013 Bundestagsabgeordnete, vermutete einen Betrag „um zehn, elf Euro“. Die CDU-Politikerin Bettina Wiesmann, bislang Mitglied im Hessischen Landtag, setzte auf „11 Euro“.

Tatsächlich griffen die vier Frauen alle zu hoch. (Ihre männlichen Konkurrenten Omid Nouripur (Grüne) und Steffen Reichmann (AfD) hatten ihre Teilnahme aus terminlichen Gründen abgesagt, dafür aber schriftlich ihre Positionen eingesandt). Bei 8,81 Euro schreibt der Mietspiegel die Durchschnittsmiete in Frankfurt fest.

Alle lagen falsch

Damit war die Diskussion eröffnet. „Auch 8,81 Euro ist ein Haufen Holz, das können viele nicht bezahlen“, erinnerte Nissen, während Wiesmann ein wenig beruhigt war und meinte, die aktuelle Diskussion um die Wohnsituation in Frankfurt beleuchte wohl einige Aspekte stärker als andere. Genau wie ihre drei Mitstreiterinnen ließ aber auch sie kein Zweifel daran, dass in Frankfurt eine große Anzahl neuer Wohnungen gebaut werden müsse.

„Ja, aber wo bauen“, seufzte Nissen da mit Blick auf die knappen Flächen. Diese Frage beantwortete die Linken-Politikerin Christann nicht, aber sie weiß, wer die benötigten Häuser nicht bauen sollte: „Man muss den Wohnungsbau dem Markt entziehen, wir müssen viel mehr regulieren.“ Da hielt die Liberale naturgemäß dagegen: „Wir müssen den Wohnungsbau für private Investoren attraktiv machen“, forderte Schreiner und schlug konkret für Frankfurt vor, vom teuren Passivhausstandard abzugehen, den Ausbau von Dachgeschossen zu erlauben und die Umwandlung von Gewerbe- zu Wohnraum zu erleichtern. Zudem, und das hatte bereits Wiesmann ins Spiel gebracht, müsse sich Frankfurt stärker mit dem Umland zusammentun.

Ähnlich verteilt sind die Positionen der vier Frauen beim Thema Flughafen. Christann und Nissen wollen das Nachtflugverbot von bisher sechs auf acht Stunden, also von 22 bis 6 Uhr, ausweiten, Wiesmann und Schreiner glauben, ein solcher Schritt könne den Flughafen und seinen wirtschaftlichen Erfolg ausbremsen. Sie setzen auf technische Lösungen – leisere Flugzeuge, optimierte Anflugrouten – um die Bevölkerung vor dem Lärm zu schützen.

Streit um Ganztagsschule

Ein drittes Thema, bei dem die Bundespolitik bislang noch ausbremst ist, bewegte die Politikerinnen beinahe am längsten: Bildung. Welche von den Parteien, so hatte eine Leserin gefragt, wolle die Ganztagsschule verbindlich einführen? Was, so wollte eine andere Zuhörerin wissen, passiert mit unserem vielfältigen Schulsystem?

Das könne bleiben, so waren sich die Frauen einig. Und Unterricht bis in den Nachmittag wolle keine ihrer Parteien zur Pflicht erklären. Bei den Details zeigte sich dann erneut, dass zumindest in dieser Frankfurter Politikerinnen-Runde die Wege für mögliche Koalitionen klar vorgezeichnet sind: Nissen und Christann sind überzeugt davon, dass mehr gemeinsames Lernen in der Schule ein sinnvolles Mittel gegen Bildungsnachteile sind, Wiesmann und Schreiner gaben sich skeptischer: „Es ist nicht erwiesen, dass die Ganztagsschule unsere Bildungsprobleme lösen würden“, so die CDU-Politikerin.

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